Das waren die "Nächte der Philosophie" 2026 in Innsbruck und Hall: miteinander reden und denken

Das Angebot war dieses Jahr besonders bunt und vielversprechend. Es war gleichzeitig eine Einladung, die eigenen Perspektiven zu wechseln und Standpunkte zu überdenken und das Miteinander in Denken und Reden zu fördern - und damit auch den demokratischen Gedanken zu stärken.

Nach einem stürmischen Gewitter am Mittwochnachmittag war die Luft gereinigt und der Tag bereit für einen "phänomenalen" Spaziergang mit Gerd Forcher, bei dem immerhin sechs Interessierte teilgenommen haben: Was zeigt sich, wenn wir unsere Stadt einmal anders, aus anderen Blickwinkeln betrachten? Was zeigt sich in uns selbst, wenn wir von unseren Deutungen, Interpretationen, Wertungen und Beurteilungen, Erinnerungen und biografischen Vorstellungen einmal absehen? Wir entdecken, dass wir in unsere Wahrnehmung mehr hineinnehmen als "nur" unsere Wahrnehmung - gleichzeitig aber erfassen wir das Wahrgenommene nie ganz, sondern nur immer teilweise aus unserer Perspektive. Das waren vielleicht Erkenntnisse aus unserem Weg durch den Rapoldipark, der Sill entlang bis zum SOWI-Gelände.

         

                 

Im DomCafé ging es weiter in der gemütlichen Atmosphäre eines Lokals. Christian Kanzian ging ganz basal darauf ein, was denn Philosophie überhaupt ist, wie sie sich auch abgrenzen lässt von allgemeinen Gesprächen, Religion und weltfremden Fantasien. Anschaulich wurde es am Thema "Gerechtigkeit", wie es Platon in seiner "Politeia behandelt hat.

        

Es ging im DomCafé weiter mit Noah Jeneweins Überlegungen zum "Erhabenen", die das Denken der anwesenden Gäste herausforderte - genau so, wie es Aufgabe der Philosophie sein sollte. Anhand der Gedanken der Philosophen Burke und Kant wurde das Erhabene in den politischen Kontext gesetzt und aktuell mit unserer gesellschaftlichen und politischen Situation in Verbindung gebracht.

        

Ein vergnüglicher Abschluss war Winfried Löfflers Ausflug in die Welt des Witzes ... und warum er aus philosophischer Sicht witzig ist oder auch nicht. 22.15 Uhr war das offizielle Ende, aber im Café ist es bei Witz und Philosophie einfach zu verlockend, sitzen zu bleiben.

          

Der Donnerstagabend war der Lebenskunst am Ende des Lebens vorbehalten, passend im Café des Hospizhause Hall mit interdisziplinärer Besetzung: Ingrid Marth, Palliativexpertin, Christoph Gabl, Intensivmediziner und bislang Leiter des mobilen Palliativteams, und Gerd Forcher als Philosoph und Philosophischer Praktiker standen im Trialog, im Gespräch zu dritt, um mit den Anwesenden im Lauf des Abends in den Gedankenaustausch zu kommen. Hier kamen auch persönliche Erfahrungen nicht zu kurz ...

         

Nach einem Tag Pause machten Sonja Dörfel und Gebhard Oberlechner den Abschluss - nicht in der Nacht, sondern bei strahlendem Sonnenschein am frühen Samstagnachmittag mit einem philosophischen Spaziergang durch den Ambraser Schlosspark, darüber nachdenkend, was glücklich und zufrieden heißt und wie es in unserem Leben wirkt.

   

Sechs abwechslungsreiche Angebote, die das philosophische Denken und eine Haltung des Miteinanderredens fördern wollen. Vielleicht sind Sie ja dann 2027 dabei, wenn es wieder heißt: "Einladung zu den Nächten der Philosophie"

 

Fotos: Gerd Forcher, Verein zur Förderung Philosophischer Praxis

 

 

Kategorie: Philosophie

Datum: 01.06.2026

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Resonanzen

"Ich wollte mich für die Supervisionen bedanken; ich konnte mich in den Stunden gut öffnen und hatte stets das Gefühl, etwas aus den Stunden mitnehmen zu können."

Teilnehmerin einer Teamsupervision aus dem Feld Menschen mit Beeinträchtigung

"Supergeil!"

Teilnehmer über ein von mir begleitetes Seminarwochenende in einer LSB-Ausbildung.

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