Mit sich selbst befreundet sein: Zehn Anregungen

Beim Philosophischen Café im Hospizhaus Hall ging es diesmal um Selbst(für)sorge. Gerd Forcher hat versucht darzustellen, warum es als ersten Schritt eine Freundschaft mit sich selbst braucht. Der Philosoph Wilhelm Schmid hat diese "Selbstfreundschaft" in zehn Anmerkungen verpackt:

Hier sind die zehn Anregungen zur Selbstfreundschaft:

1. Die Selbst-Beziehung bewusst wählen.

Vielen Menschen fällt es schon schwer, mit sich selbst tatsächlich eine Beziehung aufzubauen. Das ist der erste Schritt: entscheiden und bewusst mit sich selbst eine Beziehung aufbauen, frei nach Karl Valentin: "Heute Abend besuche ich einmal mich, mal sehen, ob ich zuhause bin.“

2. Sich wahrnehmen: „Erkenne dich selbst“.

Was nehme ich von mir wahr? Kenne ich mich? Wie weiß ich, dass ich mich selbst kenne? 

3. Die Sorge (= Angst) um das Selbst wird zur Sorge (= achtsamer Umgang) für das Selbst.

Es geht nicht um einen ängstlichen Umgang mit sich selbst. "Sorge" kann ja bedeuten: "Sich sorgen um jemanden", "sich Sorgen machen", Sorge als Angst. "Sorge" hat aber auch die andere Bedeutung: "sorgsam sein", "Sorge tragen für jemanden". Es geht also um einen achtsamen Umgang mit sich selbst. Kennen Sie da Ihre Grenzen?

4. Achten auf den eigenen Körper und die Sinnlichkeit.

Der eigene Körper darf nicht vergessen werden. Es geht aber nicht um "Körperkult", sondern um eine "Körperkultur": Wie gehe ich mit meinem Körper um? Höre ich auf ihn, wenn er mir was "sagen" will oder Grenzen aufzeigt? Und nehme ich bewusst die Welt mit meinen Sinnen wahr?

5. Sorge um die „Seele“ (= Lebensenergie).

Bin ich manchmal ohne Energie und kraftlos? Wo sind meine "Energiefresser"? Weiß ich, wo ich wieder "auftanken kann?

6. Fragen an das Leben: Was erwartet das Leben von mir? (Frankl)

Ja, was erwartet es von mir?

7. Seinem Selbst klare Konturen geben.

Mit den "Konturen" ist gemeint, dass wir im Leben zurückschauen können und uns fragen: Was sind meine wichtigsten Erfahrungen? Was meine wichtigsten Werte? Welche Beziehungen waren und sind mir wichtig? All das verweist mich auf die "Konturen" meines Selbst.

8. Sich selbst bejahen.

Können Sie bedingungslos JA zu sich selbst sagen? Mal ehrlich!

9. „Anders“ glücklich sein: Negative Erfahrungen für lebenswert halten, Gegensätze akzeptieren („aktive Resignation“ bei Karl Jaspers).

"Glücklich sein" heißt nicht, dass alle Steine aus dem Weg geräumt sind. "Glücklich sein" kann auch heißen, dass wir irgendwann die Narben in unserem Leben als solche anerkennen können und als Teil von uns ansehen. Auch ein Scheitern kann uns weiterbringen.

10. Offenheit für die Fülle des Lebens und darüber hinaus („Transzendenz“).

Das kann, muss aber nicht religiös oder spirituell gemeint sein. Es geht um eine Offenheit für das was kommt. Es geht darum, über den eigenen Tellerrand einmal rauszuschauen.

Das tolle an diesen Anregungen: Sie können hier und jetzt damit anfangen!

Wenn Sie mit Gerd Forcher zu diesem oder anderen Themen in Kontakt treten und mehr wissen wollen: info@beratungforcher.at oder +43 650 41 00 561

 

Foto by Evelyn Gollenz

Kategorie: Leben, Philosophie, Stress lass nach

Datum: 06.02.2026

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Resonanzen

"Vielen Dank für die Empfehlungen und auch für die tollen Supervisionen. Ich nehme mir jedesmal was mit, du hast ein sehr gutes Gespür für Wesentliches, deine Erläuterungen sind immer perfekt auf den Punkt gebracht. Klasse dass wir dich haben!"

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"Ich wollte mich für die Supervisionen bedanken; ich konnte mich in den Stunden gut öffnen und hatte stets das Gefühl, etwas aus den Stunden mitnehmen zu können."

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