Position - Funktion - Rolle - und die Verwechslungen, die Konflikte schaffen

Wissen Sie, was in der Arbeit oft der Grund für Konflikte ist? Die Tätigen verwechseln ihre Position mit ihren Rollen und damit fühlen sie sich für Aufgaben zuständig, die nicht ihre Aufgaben sind. Was bedeutet das?

In meiner Arbeit als Supervisor und Coach fällt mir auf, dass viele "Probleme" und Konflikte in der Arbeit relativ leicht gelöst werden könnten, wenn sich die Agierenden bewusst wären, was "Position", "Funktion" (oder Aufgabe) und "Rolle" bedeuten. Denn nicht selten werden Positionen mit Rollen ausgefüllt, die nicht zu den Aufgaben passen.

Was sind zunächst die Unterschiede?

Positionen
... beschreiben den formalen Platz, den jemand in einem System, in einer Organisation einnimmt. Dieser Platz kann formal sein: Weit oben oder weit unten in der Hierarchie, Stabstelle, Linie, Projektleitung, usw. Positionen in Betrieben heißen z.B. Vorarbeiter, Filialleitung, Mitarbeiterin der Abteilung, ...

Positionen beschreiben aber auch informelle Plätze in Organisationen: der "heimliche Chef", die "graue Eminenz", der "Außenseiter", die "Info-Börse". Im Unterschied zu den formalen Positionen werden sie aber nicht verliehen, sondern sie entstehen gleichsam in Selbstorganisation, durch soziale Prozesse.

Funktionen
... beschreiben den Zweck und die inhaltlichen Aufgaben, die mit den Positionen verbunden sind. Der Filialleiter im Baumarkt hat andere Aufgaben als die Filialleiterin bei McDonalds, obwohl sie beide die gleiche Position „Filialleitung" innehaben. Der Nutzen, den die Organisation durch sie hat, ist ein unterschiedlicher. Funktionen definieren die Arbeit, die an einem bestimmten Platz der Organisation bzw. den Beitrag, der zur Aufgabe der gesamten Organisation zu leisten ist.

Rollen
... beschreiben die Verhaltenserwartungen, die an Inhaber*innen von Positionen und Funktionen gerichtet werden. Jede Organisation kennt die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze, wie man sich als Stationsschwester, Sekretärin oder Altenbetreuer zu verhalten hat. Rollenzuschreibungen stehen aber meist nicht in einem Organisationshandbuch. Sie müssen von Neuankömmlingen oft mühevoll herausgefunden werden. Rollen haben daher mehr mit einer Kultur einer Organisation als mit ihren Strukturen zu tun.

Als Beispiel kann dienen:

Sie sind in einer führenden Position (!) in einer Firma mit den Funktionen: Personalmanagement, Konflikt- und Entscheidungsmanagment, Administration. Die Rolle, die Sie in dieser Position einnehmen ist die einer perfektionistischen ("Wenn ich es nicht selbst mache, wird das nix Ordentliches.") und harmoniebedürftigen Person ("Wir haben uns immer alle lieb."). Wird diese Rolle Ihrer Position gerecht?

Und übrigens: Oft passiert es mir auch, dass ich auf Anfrage, wie denn die Stellenbeschreibung der Supervisandin/ des Supervisianden bzw. des Coachee lautet, als Antwort erhalte: "Ich kenne sie nicht." oder "Ich glaube nicht, dass wir so etwas haben." 

Das gibt zu denken ...

Wenn Sie mit mir zu diesem oder anderen Themen in Kontakt treten und mehr wissen wollen: info@beratungforcher.at oder +43 650 41 00 561

Photo by Bruno Moriggl

Kategorie: Beruf und Management

Datum: 22.11.2024

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Resonanzen

"Ich wollte mich für die Supervisionen bedanken; ich konnte mich in den Stunden gut öffnen und hatte stets das Gefühl, etwas aus den Stunden mitnehmen zu können."

Teilnehmerin einer Teamsupervision aus dem Feld Menschen mit Beeinträchtigung

"Vielen Dank für die Empfehlungen und auch für die tollen Supervisionen. Ich nehme mir jedesmal was mit, du hast ein sehr gutes Gespür für Wesentliches, deine Erläuterungen sind immer perfekt auf den Punkt gebracht. Klasse dass wir dich haben!"

Supervisandin zur Teamsupervision bei mir

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