Frydryskek stellt den klassischen die New-Work-Antreiber gegenüber als „Updates“:
„Sei perfekt“ --> „Sei besonders“
„Streng dich an“ --> „Sei sinnvoll“
„Beeil dich“ --> „Sei effizient“
„Sei stark“ --> „Sei agil“
„Mach es allen recht“ --> „Sei positiv“

Kurz eine Beschreibung der neuen Antreiber und möglicher Erlauber:
Sei besonders!
Wir alle sollten unser „Alleinstellungsmerkmal“ haben, unser „USP“: „Unique Selling Proposition“. Ich erlebe heutige junge Eltern nicht selten so, dass sie in ihren Kindern etwas Besonderes sehen – klar, wer nicht? Aber es kann Druck ausüben, antreiben: Du bist nicht gut genug, wenn du Durchschnitt bist. Du musst vor Schulbeginn mindestens zwei Sprachen beherrschen (tatsächlich so erlebt!).
Es kann zur inneren Einstellung führen: Ich bin nicht wirklich angekommen. Ich müsste mehr aus mir machen. Ich bin nichts Besonderes.
Mögliche Erlauber: Ich darf durchschnittlich sein. Ich darf Potenziale auch ruhen lassen.
Fragen Sie sich: Löst es in mir etwas aus, wenn ich mir sage: „Ich bin ein gewöhnlicher Mensch?“
Sei sinnvoll!
Wo wir keinen Sinn erkennen, da sollten wir nicht tätig sein. Vielfach kann dem wohl zugestimmt werden. Aber muss ALLES Sinn ergeben, was ich mache? Auch das kann unvermutet Druck erzeugen: Ich möchte doch etwas Sinnvolles tun! Meine Arbeit bewirkt zu wenig. In mir entsteht durch die Arbeit, die ich mache, eine Leere. Ist das so?
Mögliche Erlauber: Ich darf einfach nur sein, das ist Sinn genug. Nicht jede Tätigkeit muss Sinn, Zweck und Ziel haben. Ich darf auch sinnfreie Tätigkeiten machen.
Fragen Sie sich: Wenn ich einen Tag lang nichts offensichtlich Bedeutsames mache, wie geht es mir dabei?
Sei effizient!
Optimiere deine Arbeit, dein Leben, dich selbst! So kommen wir, meines Erachtens, zum Kern der neuen Antreiber: Selbstoptimierung! Sätze gelten wie: Ich müsste die Zeit besser nutzen. Ich hinke hinter allem hinterher. Wenn ich nicht das noch mache, dann habe ich ein schlechtes Gewissen.
Mögliche Erlauber: Mut zur Lücke! Ich darf auch mal unrund laufen. Nicht alle Aufgaben müssen effizient sein.
Fragen Sie sich: Wenn ich einmal einen Tag lang nicht effizient bin, was bin ich dann?
Sei agil!
Das greift das Grunddogma der „New Work“ auf: Agilität. „Ich müsste mich weiterbilden.“ „Andere entwickeln sich ständig weiter, aber ich?“ „Ich verpasse etwas, wenn ich nicht dies und das mache.“
Mögliche Erlauber: Ich darf auch mal stehenbleiben und bleiben, wo ich gerade bin. Veränderung allein ist nicht schon Entwicklung.
Fragen Sie sich: Was wäre, wenn ich für die kommenden zwei Monate so bleiben dürfte, wie ich bin?
Sei positiv!
Es geht immer um Lösungsorientierung, Motivation, Inspiration und Kooperation. Und ja: das ist auch gut so. Der Druck entsteht, wenn vermeintlich negative Gefühle wie Wut, Ärger, Ohnmacht, Unlust etc. keinen Platz mehr finden und sich alles in Harmonie auflösen muss: Ich darf mich eigentlich nicht beschweren. Alles gut! Ich muss doch das Positive sehen!
Mögliche Erlauber: Ich darf fühlen, was ich fühle. Was ich fühle, ist in Ordnung, auch wenn es nicht „positiv“ ist. Es darf mir auch mal Sch… gehen! Nicht jede Belastung hat eine gute Seite.
Fragen Sie sich: Wenn ich offen ausdrücke, wie es mir wirklich geht: was befürchte ich in der Arbeit, zuhause?
Wenn Sie mehr wissen wollen und mit Gerd Forcher in Kontakt treten wollen: info@beratungforcher.at oder +43 650 41 00 561
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