Orientierung im Unternehmen: Der Organisationskompass

Ein Kompass zur Orientierung in meinem Unternehmen! Das ist nicht nur eine Metapher. Gerd Forcher stellt Ihnen in aller Kürze den sogenannten "Organisationskompass" vor.

Die indigenen Völker Amerikas kannten ihn schon. Die Schamanen der einzelnen Stämme zeigen Gemeinsamkeiten, die über die amerikanischen Traditionen hinausgehen - fast "Archetypen" des sogenannten "Medizinrades", die durch die amerikanische Anthropologin und Organisationsberaterin Angeles Arrien in ihrem Buch "Der vierfache Weg" näher beschrieben wurden.

Doch darauf will ich hier nicht näher eingehen. Wer das möchte, ist hier auf Isabella Klien, die dies alles im Kontext des "Organisationskompasses" erarbeitet hat, verwiesen. Von ihr habe ich auch das Konzept, das ich hier allerdings nur anreißen möchte, um Sie vielleicht auf den Geschmack zu bringen, sich näher damit zu befassen. Oder wir kommen in einem Coaching oder in einem meiner WIFI-Seminare für Führungskräfte darauf zurück.

Das Konzept ist übrigens nicht nur für Unternehmen, Unternehmensführung und Management anwendbar, sondern auch für das persönliche Leben und das private Umfeld.

Hier gebe ich Ihnen Orientierungsfragen anhand der sieben Dimensionen des Organisationskompasses mit:

1. Sinn:

Jedes Projekt, jede Sitzung, jede neue Idee, die als Unternehmen umgesetzt werden soll, sollte zuallererst eine Antwort auf diese Frage finden: Wozu? Wofür?

Am Beispiel der Sitzung bzw. des Gesprächstermins mache ich das deutlich (weil mir das fast täglich begegnet): Wenn ich in ein Gespräch gehe, frage ich mich: Wofür soll dieser Termin stattfinden? Was soll der Zweck der Sitzung sein? Viele Sitzungen sind frustrierend, weil keiner genau weiß, warum man zusammenkommt. 

Überprüfen Sie das mal bezüglich Ihrer Meetings.

2. Führung:

Wie sieht Führung in Ihrem Unternehmen aus? Wenn Sie Führungsperson sind: was ist Ihr Verständnis von Führung? Oder anders gefragt: Führen Sie schon oder verwalten Sie noch?

3. Vision:

Was ist Ihr sogenanntes "Mission Statement"? Welche Botschaft, welche Grundhaltung ist in Ihrem Unternehmen erkennbar? Zusammengefasst in einem Satz? Google bietet ein berühmtes Beispiel für seine Vision (ob sie stimmt?): „Die Informationen der Welt organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar machen."

4. Gemeinschaft:

Wie arbeiten wir intern zusammen? Wie arbeiten wir nach außen? Hier geht es um Interaktion, Kommunikation und Vernetzung: gelingt das nach innen und nach außen? Können wir gemeinsam das vertreten, was bei uns geschieht? Wie leben wir nicht nur Unternehmens-, sondern auch Fehlerkultur?

5. Management:

Wie wird das Unternehmen gemanagt? Eine leichte Frage, aber oft schwierig zu beantworten: Werden zur Verwirklichung der Visionen und Aufgaben die nötigen Ressourcen gestellt? Schafft Management in Ihrem Unternehmen die nötigen Räume, um gut arbeiten zu können? Sind vorhandene Strukturen förderlich  oder hinderlich für das Gesamte?

6. Beziehungen:

Dabei geht es - anders als bei der Gemeinschaft - um die Wahrnehmung der unterschiedlichen Felder und "Umgebungen": Weiß z.B. der Einkauf eines Großhändlers, was der Verkauf braucht, um gut arbeiten zu können? Arbeitet die Verwaltung zum Selbstzweck oder ist sie für die einzelnen Abteilungen unterstützend im Hintergrund? Kennen die Personen in der Firma die Beziehungen zu ihren Umfeldern? Wie hilfreich, transparent und klar sind diese Beziehungen?

In der Arbeit mit beeinträchtigten Personen erfahre ich oft, dass sich Tagesstrukturen und Wohneinheiten gegenseitig Vorwürfe machen - vielleicht auch, weil gerade diese Transparenz und gegenseitige Unterstützung der Beziehungen nicht wahrgenommen werden.

7. Der Blick auf das Ganze:

Hier schließt sich der Kreis zum Sinn: Findet sich mein Unternehmen in einem größeren Ganzen wieder, sodass es "Sinn" ergibt? 

Dazu und zum Abschluss eine kleine Geschichte (die manchen bekannt sein dürfte):

Jemand (sagen wir im Jahre 1215) kommt an eine Baustelle. Dort sieht diese Person drei Steinmetze fleißig arbeiten.

Sie geht zum ersten und fragt: "Was machst du da?" Dieser schaut verdutzt auf: "Ich verdiene mir hier meinen Lebensunterhalt."

Die Person geht zum nächsten Steinmetz und fragt dasselbe: "Was machst du da?" Hier kommt die offensichtlich stolze Antwort: "Ich beweise meine Fähigkeit als einer der besten Steinmetz im ganzen Land."

Dem dritten Steinmetz stellt die Person  wiederum dieselbe Frage. Dieser denkt einen kurzen Moment nach und sagt dann: "Ich erbaue hier zusammen mit anderen eine Kathedrale."

Frage: Alle scheinen das gleiche zu machen - worin liegt aber der Unterschied?

 Wenn Sie mit Gerd Forcher in Kontakt treten wollen: info@beratungforcher.at oder +43 650 41 00 561

Foto by Heidi Fin auf Unsplash 

Kategorie: Beruf und Management

Datum: 05.10.2026

weitersagen

Resonanzen

"Weil's so gewinnbringend, abwechslungsreich, kurzweilig und informativ war an diesem Wochenende, möchte ich dir das rückmelden! Es war toll, dabei zu sein."

Teilnehmerin zu einem Wochenende mit dem Thema "Beratungsformen" im Rahmen einer Mentoringausbildung

"Ich möchte mich herzlich für das letzte Jahr bei dir bedanken. Gerade in solchen Jahren mit vielen Umbrüchen und Veränderungen, sind deine stets professionelle, aber auch immer herzliche Art und Unterstützung immens wichtig. Auch die Wertschätzung deinerseits bildet meiner Meinung nach die Grundlage, dass unsere Teammitglieder die Supervision so zahlreich besuchen.   Auf eine weiterhin so feine Zusammenarbeit im nächsten Jahr."

Teamleiter eines mobilen Pflege- und Betreuungsteams

Anschrift

MMag. Gerd Forcher MSc
Schützenstraße 46g/72
A-6020 Innsbruck
Tirol, Österreich

+43 650 4100561

email

Volltextsuche

und los geht's

MMag. Gerd Forcher MSc, Innsbruck
ImpressumDatenschutzerklärungDownloadLinksammlung

powered by webEdition CMS